Während der zwölftägigen Tour von Passau zum Eisernen Tor und zurück legt das Flussschiff Maxima von nicko cruises eine Strecke von insgesamt 2568 Kilometern zurück. Das Schiff fährt dabei meistens nachts, so dass am Tag viele Möglichkeiten für Ausflüge bestehen. Dafür bietet nicko cruises seinen Gästen ein vielfältiges Programm an. Dabei haben die Passagiere auf dieser Route auch die große Chance, weniger oder kaum bekannte Stationen an der Donau in Ungarn, Serbien und Kroatien kennenzulernen. Für nicht wenige Teilnehmer ist es auch wichtig, mit einheimischen Reiseführern die Regionen und ihre Menschen vor Ort live zu erleben.
Prachtvolle Mosaike im Dom des Heiligen Sava in Belgrad
Im Liegestuhl auf dem Sonnendeck
Nach dem ersten Stopp in Wien erreicht die Maxima am nächsten Morgen den Donaukanal an der Schleuse Gabčíkovo. Am Vormittag scheint die Sonne, bei nur wenig Wind können die Gäste die Flussfahrt im Liegestuhl auf dem Sonnendeck genießen. Das linke Ufer ist Slowakei, das rechte Ufer Ungarn. Nur wenige Lastkähne sind hier auf der Donau unterwegs. Dafür sind gerade auf dem Abschnitt bis Budapest umso mehr Kreuzfahrtschiffe zu sehen, je nach Saison sind hier bis zu 150 Flusskreuzfahrtschiffe gleichzeitig unterwegs. Da kann es schon mal vorkommen, dass zwei oder drei Schiffe nebeneinander an einem Pier liegen und man zum Ein- oder Aussteigen über das Deck eines anderen Schiffes laufen muss.
Auf der Tour mit Verspätung
Eigentlich sollte die Maxima laut Plan an diesem Vormittag schon durch das Donauknie fahren und mittags in Budapest eintreffen. Aber es ist eine vierstündige Verspätung eingetreten, hervorgerufen zum einen durch zwei Passagiere, die am ersten Abend in Wien vergessen hatten, ihre Landekarten zurückzugeben, zum anderen durch Staus an den Schleusen. Die Verspätung gefährdet den Ablauf der Touristenprogramme in Budapest. Hier schlägt jetzt die Stunde des erfahrenen Leiters der Kreuzfahrt Christophe Bles, seit 14 Jahren in Diensten von nicko cruises. Damit seine Gäste auch etwas von Budapest sehen, plant er kurzfristig um und organisiert in Esztergom Busse. Die Budapest-Stadtrundfahrt beginnt also quasi schon in Esztergom. Währenddessen setzt das Schiff seine Fahrt durch das Donauknie fort, um dann am Abend in Budapest anzulegen und die Passagiere wieder aufzunehmen.
Morgenstimmung an der Donau
Reiseführer mit mehr und weniger Niveau
Die Budapest-Rundfahrt ist dann leider etwas enttäuschend. Sie fährt nicht zu den Highlights von Buda auf den Burgberg, da dort die langen Touristenbusse nicht zugelassen sind. Am Anfang steht der Besuch der Markthalle. Die anschließende Fahrt entlang der berühmten Donaubrücken wird garniert mit der Entstehungsgeschichte von Buda und Pest und ihrer Fusion zu Budapest. Die Reiseführerin betont mindestens zehn Mal die richtige Aussprache des Buchstabens "s" in Pest, um Assoziationen zu dem deutschen Wort "Pest" zu vermeiden, wie sie meint. Insgesamt hat nicko cruises jedoch bei der Auswahl der Reiseführer samt Rundfahrten und Rundgängen eine glückliche Hand. Fast alle Reiseleiter zeigten sich hochkompetent und konnten viel von Land, Leuten und Traditionen erzählen, was man so detailliert in keinem einschlägigen Reiseführer lesen kann.
Der Dom in Esztergom
Top Fotomotive auf der Fischerbastei
Die Passagiere können natürlich auch selbständig die jeweiligen Ziele näher erkunden. Von der Kettenbrücke fährt die Buslinie 16 in wenigen Minuten auf den Budaer Berg zur Fischerbastei und zur Matthiaskirche. In der Matthiaskirche finden allabendlich wechselnde Konzerte statt, und das gibt Gelegenheit, die Kirche auch von innen ausgiebig zu besichtigen. Nach dem Konzert finden sich in den Abendstunden wunderschöne Fotomotive auf der Fischerbastei, trotz massenhaften Andranges von Touristen aus aller Welt. Übrigens fahren alle Rentner im öffentlichen Nahverkehr in Ungarn kostenlos, auch eine gute Idee für die Rentner zu Hause? Zum Abschied von Budapest macht der Kapitän der Maxima noch eine Lichterfahrt. Er umrundet noch einmal die Margaretheninsel und dann können die Passagiere die Parade der hell erleuchteten Sehenswürdigkeiten abnehmen: Das Parlamentsgebäude, der Burgpalast, die Fischerbastei, die Matthiaskirche, die vielen Brücken, die Freiheitsstatue und die Zitadelle auf dem Gellertberg. Budapest bei Nacht verströmt eine wirklich magische Atmosphäre.
Fischerbastei mit dem Denkmal des Heiligen Königs Stephan I.
Karneval mit Buscho-Holzmasken
Die Maxima erreicht die kleine ungarische Stadt Mohács. Bekannt ist Mohács für das Brauchtum zum dortigen Karneval "Busójárás". Das Faschingsfest mit seinen aufwendig geschnitzten Holzmasken gilt als das größte Ungarns, das auch von vielen internationalen Gästen besucht wird. Das Fest wird auf Überlieferungen der slawischen Volksgruppe der Šokci zurückgeführt, die bis in heidnische Zeiten zurückreichen. In Mohács ist ein modernes Buscho-Museum eingerichtet. Es wurde 2009 als immaterielles Weltkulturerbe in die UNESCO-Liste aufgenommen. Auf den zwei Etagen des Besucherzentrums sind eine Fülle von originalen Buscho-Masken mit Hörnern ausgestellt sowie lebensgroße Buscho-Figuren, nur echt in Schafsfellen. Gegenwärtig leben in der Stadt noch acht Handwerker, die Buscho-Masken und Kostüme herstellen.
Die Matthiaskirche
Der Winter landet auf dem Scheiterhaufen
Ich führe ein Interview mit Rosta Endre, dem Leiter des Zentrums und benutze dazu den chinesischen Translator InnAIO als Simultan-Dolmetscher ungarisch/deutsch und deutsch/ungarisch. Rosta Endre: "Insgesamt wird der Karneval bei uns an sechs Tagen veranstaltet und beginnt bereits am Donnerstag mit Umzügen der Schulkinder, mit Volksmusik und Ausstellungen der Masken-Schnitzer. Er endet am Dienstagsabend. Da wird dann auf dem zentralen Platz der Stadt ein großer Scheiterhaufen errichtet. Der Winter wird in einen Sarg gelegt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ist das Feuer erloschen, dann ist der Fasching vorbei." Als Handwerker, der selbst Masken und Kostüme angefertigt, ist Endre Rosta selbstverständlich bei den jährlichen Umzügen mit dabei.
Blick von der Fischerbastei auf das abendliche Budapest
Symbol nationaler Einheit
Das Wahrzeichen von Mohács ist die im byzantinischen Stil errichteten Votivkirche. Sie wurde im Jahr 1926 anlässlich des 400. Jahrestages der Schlacht bei Mohács gegen die Osmanen errichtet. Die Fundamente des Gebäudes wurden mit jeweils einem Kilogramm schweren Erdpaketen gefüllt, die von Höfen und Häusern von mehr als dreitausend ungarischen Dörfern stammen, um die Einheit der Nation zu symbolisieren. Eine stabile Basis der Ungarn, um ihre Souveränität zu verteidigen. Vor der Votivkirche steht die "Statue der drei Nationalitäten". Drei Mädchen in ungarischer, deutscher und Šokci-Tracht reichen sich die Hände und symbolisieren die Freundschaft der drei dominierenden Volksgruppen in Mohács - der Ungarn, Donauschwaben und der südslawischen Šokci. Am Sockel ein Lessing-Zitat in allen drei Sprachen: "Reichet einander die Hand hier. / Kommet! / Möge ein jeder seinen Brauch bewahren, / die eigene Mutter für die schönste halten. / Mögen Eure Sprachen tausendfach erklingen. / Doch nur eine Sprache des Herzens lebt in uns."
Lichterfahrt vorbei am hellerleuchteten Parlamentsgebäude
Historisches Denkmal - Dom des Heiligen Sava
Die Stadtrundfahrt in der serbischen Hauptstadt Belgrad beginnt mit dem Besuch vom Dom des Heiligen Sava. Er ist mit einer Höhe von 79 Metern ein echter Hingucker und dominiert die Skyline der Stadt. Der Heilige Sava ist der Nationalheilige von Serbien. Von ihm wurde die Serbisch-Orthodoxe Kirche im Mittelalter gegründet. Die Kathedrale des heiligen Sava ist die größte orthodoxe Kirche auf dem Balkan und gehört außerdem zu den größten orthodoxen Sakralbauwerken auf der Welt. Nach vielen Jahren Bauzeit mit längeren Unterbrechungen durch Kriege, wurde die äußere Gestaltung der Kirche im Jahr 2004 vollendet und die Innendekoration im Jahr 2019 weitgehend abgeschlossen. Die Kathedrale wurde etwa zur Hälfte von Spenden finanziert, 40 Prozent der Kosten wurden vom serbischen Staat und 10 Prozent von der Russisch-orthodoxen Kirche getragen.
50 Millionen Mosaiksteine schmücken den Dom
Nicht allein die schiere Größe dieses Kirchenbaus ist atemberaubend, sondern vor allem die Gestaltung der Innenräume mit mehr als 50 (!) Millionen Mosaiksteinen. In der Kirche gibt es keine Sitzplätze und so finden bei den regelmäßigen Gottesdiensten mehr als zehntausend Gläubige Platz. Laut der Stadtführerin erlebt die Kirche in Belgrad und in ganz Serbien eine Renaissance. Jeder will in dieser Kirche heiraten, hier seine Kinder taufen lassen. Auch manche vom Katholizismus bekannten religiösen Regeln sind in der serbisch-orthodoxen Kirche anders aufgestellt. Priester müssen heiraten und die Kirche finanziert sich nicht durch Kirchensteuern, sondern durch die Spenden der Gläubigen. Hier gibt es auch keine Probleme, Nachwuchs für die Priesterstellen zu finden. Nicht überraschend ist der große Zustrom von Touristen zur heiligen Sava-Kirche, denn ihre Ausschmückung ist grandios und es gibt auch - bis auf Blitzlicht-Verbot - keine Einschränkung beim Fotografieren - welch eine Einladung für die Besucher aus aller Welt.
Traditionelle Holzmasken und Schafsfellkostüme im Buscho-Museum in Mohács
Burganlage mit Kinder- und Ritterfesten
Die legendäre Festung Kalemegdan von Belgrad befindet sich am Zusammenfluss von Donau und Save und erstreckt sich auf einer imposanten Größe von 55 Hektar. Seit jeher befanden sich an dieser Stelle Befestigungsanlagen, die jedoch immer wieder zerstört wurden. Die heutige Burg stammt aus der Zeit der Kriege zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Heute wird die Burganlage nur noch von Touristen erobert und auf dem Festungsgelände organisieren die Belgrader Kinder- und Ritterfeste sowie ein Bierfestival. An die kriegsreichen Zeiten erinnert hier auch die Sieges-Statue Pobednik, erbaut als Denkmal an den Triumph Serbiens über das Osmanische und das Österreichisch-Ungarische Reich. Die völlig unbekleidete Statue des "Siegers" wurde 1913 von dem berühmten Bildhauer Ivan Meštrović geschaffen. Die Statue erregte jedoch öffentliches Ärgernis, wurde jahrelang im Keller der Burg versteckt, dann mit einem Sichtschutz wieder gezeigt und schaffte schließlich in der Gegenwart die Befreiung von ihren Hüllen.
Modell des Scheiterhaufens mit dem Sarg
NATO-Bomben zerstörten Belgrader Fernsehturm
Doch Belgrad musste Kriegerisches auch in der Neuzeit mit dem 70-tägigen völkerrechtswidrigen Bombenkrieg der NATO-Länder im Jahr 1990 erleben. Dabei wurde unter anderem auch der Fernsehturm am Rande von Belgrad während des laufenden Sendebetriebes zerstört. Im Jahr 2011 wurde er wieder aufgebaut und ist auf dem Weg zu einem weiteren historischen Highlight nach Topola in der Ferne zu sehen.
Statue der drei Nationalitäten
Die Marmor-Kirche der serbischen Könige
Die kleine Stadt Topola liegt in der waldreichen Region Sumadija, etwa 80 Kilometer von Belgrad entfernt. Hier war auch die Heimat des sogenannten "Schwarzen Georgs", des legendären Anführers des ersten Serbischen Aufstands gegen die Osmanen. Er wurde zum Nationalhelden Serbiens und begründete später die serbisch-jugoslawischen Königsdynastie Karadordević. Ihm zu Ehren errichtete hier der serbische König Peter I. in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg die Kirche des Heiligen Georg. Nach seinem Tode im Jahr 1921 setzte sein Sohn Alexander den Bau und insbesondere die Inneneinrichtung fort. Er beauftragte russische Ikonen-Künstler, die in einer Vielzahl von orthodoxen Kirchen Europas 725 Skizzen anfertigten, nach denen dann von Kunsthandwerkern in Berlin eine unbeschreibliche Fülle von Mosaikbildern gefertigt wurden. Dazu wurden 45 (!) Millionen italienische Glas-Mosaiksteine verarbeitet. Glänzende Kirchenräume erwarten den Besucher, verstärkt an einigen Stellen durch das Auftragen einer 24 Karat Goldschicht. Ebenso mit Mosaikbildern geschmückt ist die reichlich verzierte Krypta im Kellergeschoss, in der die Herrscher der serbischen Königsfamilie begraben sind. Einige der Grabplatten sind noch unbeschriftet - hier werden die heute noch lebenden Nachkommen der Königsfamilie künftig ihre letzte Ruhe finden.
Gräber der Serbischen Königsfamilie in der Krypta
Das Eiserne Tor ist für Touristen-Schiffe geöffnet
Die Flussreise der Maxima erreicht ihren Endpunkt. Vor der großen Schleuse Djerdap I wendet das Schiff und tritt wieder die Rückfahrt nach Passau durch die spektakulären Donaukatarakte an. Das Eiserne Tor ist das Durchbruchstal der Donau durch die Südlichen Karpaten an der Grenze von Serbien und Rumänien. Es galt als der für die Schifffahrt gefährlichste Flussabschnitt, der nicht ohne ortskundige Lotsen und auch nur bei hinreichend hohem Wasserstand passiert werden konnte. Bei Niedrigwasser schuf hier ein unter Wasser liegender Granitfelsen eine unüberwindliche Barriere - das gab dieser Stelle auch den Namen "Eisernes Tor". Genau an dieser Stelle errichteten Rumänien und Jugoslawien im Jahr 1964 einen Staudamm und ein Kraftwerk. Das schuf den 150 Kilometer langen Djerdap-Stausee und hob den Wasserstand um 35 Meter an - eine Voraussetzung dafür, dass heute überhaupt regelmäßig Touristen in ihren Flussschiffen die Donau entlang bis zum Schwarzen Meer schippern können.
Kostbare Mosaiken im Inneren des Doms
Nachtfahrten immer mit einem zweiten Steuermann
Die Donaukatarakte sind auf dieser Tour ein guter Platz, mit jenem Mann zu sprechen, der mit seinem Team das Schiff auf der Donau steuert, mit dem 64-jährigen rumänischen Kapitän Valentin Alexandrache. Er ist seit 2015 auf den nicko cruises Schiffen am Steuerrad mit der Lizenz, die gesamte Donau zu befahren. "Um das Schiff ohne Kollisionen auf der Donau zu fahren, muss ich als Kapitän ganz genau die Eigenschaften meines Schiffes kennen, muss wissen, was und wie mein Schiff zu lenken ist. Hier auf dem Fluss gibt es keinen schweren Seegang, aber durchaus auch mal Sturm und schlechte Sicht mit Nebel", erklärt Kapitän Alexandrache. "Wir haben moderne Technologien an Bord und meine Erfahrung als langjähriger Kapitän." Wenn das Schiff nachts fährt, ist immer ein zweiter Steuermann in der Fahrkabine, der im 4-Stunden-Rhythmus abgelöst wird.
Blick von der Festung Kalemegdan auf den Zusammenfluss von Donau und Save
Reich mit Mosaiken verzierter Innenraum
Porträt des Daker-Königs im Felsen
Ein Höhepunkt der Fahrt zwischen den Felswänden an beiden Ufern ist das Porträt des Daker-Königs Decebal, eine gut sichtbare 55 Meter hohe in einen Felsen gehauene Skulptur. Die Idee stammt von einem rumänischen Geschäftsmann und Historiker, den die monumentalen Köpfe der US-Präsidenten in Mount Rushmore so beeindruckten, dass er etwas ähnliches am Ufer der Donau schaffen wollte. Mit dem Projekt waren insgesamt zwölf Bildhauer zehn Jahre lang beschäftigt. Seit 2004 ist die Skulptur nun eine weitere Attraktion für die vorbeifahrenden Flussschiffe.
Das Pobednik-Denkmal
In den Donau-Schluchten am Eisernen Tor zwischen Serbien und Rumänien
Fantastische Blicke auf die Donau
Gegen Mittag erreicht unser Schiff nahe dem Eisernen Tor die serbische Kleinstadt Donji Milanovac. Ein erstmalig von nicko cruises organisierter Ausflug führt in den Nationalpark Djerdap, mit einer Gesamtfläche von 64.000 Hektar der größte Naturpark in Serbien. Eine kleine Wanderung führt auf den Berg Kovilovo mit einer wunderschönen Aussicht auf die Donau und die Djerdap-Schlucht. Anschließend besuchen wir das Künstler-Resort Kapetan Mišin breg, ein Platz mit Galerien, vielen kunstvollen modernen Skulpturen, einem Wein-Museum und ebenfalls einem fantastischen Blick auf den Fluss. Auf dieser Reise ist die Donau für alle Passagiere immer sehr gegenwärtig.
Die Pressereise mit dem Flussschiff Maxima von Passau zum Eisernen Tor erfolgte auf Einladung von nicko cruises im Oktober 2025. Text und Fotos von Ronald Keusch

